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Kitzrettung mit Drohne: So werden Rehkitze vor dem Mähtod gerettet

Jedes Frühjahr verlieren in Deutschland tausende Rehkitze durch Mähtod ihr Leben. Mit der modernen Kitzrettung per Drohne kann das verhindert werden – wenn Landwirte, Jäger und Drohnenpiloten zusammenarbeiten. In diesem Beitrag erfährst du, wie eine professionelle Kitzrettung abläuft, welche Drohne dafür geeignet ist und wie du als Helfer aktiv werden kannst.

Warum Kitzrettung so wichtig ist

Im Mai und Juni setzen Ricken ihre Kitze in hohem Gras ab. Die Tiere ducken sich instinktiv bei Gefahr und bleiben regungslos liegen – ein für Wildtiere bewährter Schutzreflex, der jedoch beim Einsatz moderner Mähmaschinen zum Verhängnis wird. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich rund 100.000 Rehkitze in Deutschland dem Mähtod zum Opfer fallen.

Seit dem Tierschutzgesetz §17 kann das vorsätzliche oder grob fahrlässige Verletzen oder Töten von Wildtieren strafbar sein. Landwirte sind angehalten, alle zumutbaren Maßnahmen zur Kitzrettung zu ergreifen.

Kitzrettung mit Drohne: So funktioniert es

Eine Drohne mit Wärmebildkamera fliegt vor der Mahd systematisch über die Wiese. Liegende Rehkitze geben Körperwärme ab und heben sich im Wärmebild deutlich vom kühleren Untergrund ab. Die typischen Schritte:

  1. Frühe Uhrzeit: Idealerweise zwischen Sonnenaufgang und 9 Uhr, wenn der Temperaturkontrast am stärksten ist.
  2. Flugplanung: Die Drohne fliegt vorprogrammierte Bahnen über die Wiese, ähnlich einem Rasenmäher-Muster.
  3. Erkennung: Der Pilot oder das System markiert thermisch auffällige Punkte.
  4. Verifikation: Helfer am Boden überprüfen den Fund und tragen das Kitz behutsam (mit Grasbüschel, ohne menschliche Geruchsübertragung) aus der Wiese.
  5. Rückführung: Nach der Mahd wird das Kitz wieder freigelassen – die Ricke nimmt es zuverlässig wieder an.

Welche Drohne eignet sich für die Kitzrettung?

Für effektive Kitzrettung braucht es eine Drohne mit Wärmebildkamera (Thermal). Beliebte Modelle:

  • DJI Mavic 3 Thermal: Kompakt, ausdauernd, einsteigerfreundlich.
  • DJI Matrice 30T: Robust, professionell, für größere Einsätze.
  • Autel EVO II Dual: Wärmebild und 8K-Visualkamera kombiniert.

Wichtig: Für diese Drohnen brauchst du in den meisten Fällen den Drohnenführerschein A2, da die Drohnen über 250 g wiegen und du oft in der Nähe besiedelter Gebiete fliegst.

Rechtliche Aspekte bei der Kitzrettung

  • Drohnenführerschein: Mindestens A1/A3-Kompetenznachweis, idealerweise A2-Schein.
  • Genehmigung Grundstückseigner: Flug über fremden Wiesen erfordert die Zustimmung des Landwirts.
  • Naturschutzgebiete: In Schutzgebieten kann eine zusätzliche Erlaubnis nötig sein.
  • Jagdrecht: Die Absprache mit dem Revierinhaber ist gute Praxis und teils gesetzlich vorgeschrieben.
  • Versicherung: Eine Drohnenhaftpflichtversicherung ist Pflicht.

Kitzrettung als Helfer: So kannst du mitmachen

Auch ohne Drohne kannst du dich in deiner Region engagieren. Viele örtliche Jägervereine und Kitzrettungs-Initiativen freuen sich über Helfer, die in den frühen Morgenstunden die Wiesen ablaufen, Kitze in Kartons setzen oder am Boden die Drohnenfunde sichern.

Im Landkreis Kusel und Umgebung in Rheinland-Pfalz ist die Kitzrettung Teil der Reviertätigkeit unserer Jagdschule. Wenn du mehr über Kitzrettung lernen oder dich an Einsätzen beteiligen möchtest, sprich uns gerne an.

Fazit: Drohnen retten Leben

Die Kombination aus moderner Drohnentechnik, geschulten Piloten und engagierten Helfern macht es möglich, jedes Jahr unzählige Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. Wer den Drohnenführerschein A2 absolvieren möchte, leistet damit nicht nur einen Beitrag zum eigenen Berufs- oder Hobbyalltag, sondern auch zum praktischen Tierschutz.

Du möchtest mehr erfahren oder dich für unseren Drohnenkurs anmelden? Kontaktiere uns hier oder ruf direkt an unter +49 171 2770314.

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