Du bist frisch geprüfter Jungjäger und willst endlich allein ans Wild? Die Ansitzjagd ist die mit Abstand häufigste Jagdart in Deutschland – und für Anfänger besonders geeignet. In diesem Beitrag erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du erfolgreich auf den Ansitz gehst, welche Ausrüstung du brauchst und worauf du achten solltest.
Was ist Ansitzjagd?
Bei der Ansitzjagd wartest du an einer festen Position – meist auf einer Kanzel, einem Hochsitz oder einer Drueckansitz – auf das Wild. Im Gegensatz zur Pirsch bewegst du dich nicht, sondern verharrst geduldig, bis das Wild in Anblick kommt. Diese Methode ist besonders effektiv für Reh-, Rot-, Damm- und Schwarzwild.
Wann ist die beste Zeit für den Ansitz?
Die klassischen Ansitzzeiten sind Dämmerung und Nacht. Wild zieht in der ersten und letzten Tagesstunde aus der Dickung auf seine Äsungsflächen. Plane mindestens zwei bis drei Stunden ein:
- Morgenansitz: Anrücken eine Stunde vor Sonnenaufgang
- Abendansitz: Ankunft spätestens zwei Stunden vor Einbruch der Dämmerung
- Mondnacht: ideal für Sauenansitz an Kirrungen
Ausrüstung für die Ansitzjagd
Die Auswahl der richtigen Ausrüstung entscheidet über Erfolg und Komfort. Mehr zur Waffenwahl findest du in unserem Beitrag Welche Waffe für die Jagd.
- Repetierbüchse mit Zielfernrohr (mind. 56 mm Objektiv für Dämmerung)
- Fernglas 8×56 oder 10×42 mit hoher Lichtstärke
- Wetterfeste, leise Bekleidung in Tarn- oder Naturtönen
- Sitzkissen oder Ansitzsack
- Stirnlampe mit Rotlicht für den Abzug ohne Wildstörung
- Thermo-Tasche, Tee und Snacks
- Nachsuche-Material: Schweissriemen, GPS, Funkgerät
Verhalten auf der Kanzel
Der größte Anfängerfehler: zu laut, zu hektisch, zu früh. Schleich dich windrichtig an, beziehe deine Kanzel leise und vermeide Handybildschirme. Sitze ruhig, beobachte konsequent mit dem Fernglas und identifiziere das Wild zweifelsfrei, bevor du anbackst.
Wildansprache – das A und O
Bevor du den Finger an den Abzug legst, musst du das Wild zweifelsfrei ansprechen: Wildart, Alter, Geschlecht, Körperverfassung. Beim Reh unterscheidest du Schmal-, Geltreh, Ricke und Bock. Beim Schwarzwild ist die Trennung Frischling – Überläufer – Bache entscheidend (Muttertierschutz!).
Schussabgabe und Anschuss-Disziplin
Schieße nur, wenn der Kugelfang sicher ist und das Wild breit steht. Zähle nach dem Schuss bis 30, beobachte die Fluchtrichtung, markiere den Anschuss und gib dem Wild mindestens 30 Minuten Totliegezeit, bevor du nachsuchst. Eine saubere Nachsuche ist Pflicht – nicht Kür.
Ansitzjagd lernen in der Jagdausbildung
In meinen Kursen bei CE-adventures trainieren wir die Ansitzjagd nicht nur theoretisch – du gehst von Anfang an mit ins Revier. Sieh dir den 7-Wochen-Jagdkurs oder den 3-Wochen-Intensivkurs an, wenn du den Jagdschein in Rheinland-Pfalz machen willst.
Fazit
Die Ansitzjagd ist Geduldsspiel, Naturerlebnis und Handwerk in einem. Mit der richtigen Ausrüstung, dem nötigen Wissen um Wildansprache und einer ruhigen Hand wirst du Schritt für Schritt erfolgreicher. Wenn du Fragen hast oder eine Begleitung im Revier brauchst, melde dich gerne.

